Verfasst von: Billie | Mo, 27 September, 2010

Backlog!

Nachdem ich jetzt rausgefunden habe, wie die Backlog-Funktion geht:

Post zum Thema Schweinegrippeferien, Mai 2009.

Taucht der Post an sich in euren Feedreadern auf?

Verfasst von: Billie | Fr, 17 September, 2010

Blogroll – ein paar Neuerungen

Ich habe ein paar tote Links entfernt und bekannt verzogene Blogs neu verlinkt.
Unter anderem findet ihr jetzt

Ines Unterwegs bei WP — aktuell viel zu ihrem Sprachkurs in Korea.

Japan und ich — Mareikes Erlebnisse als Doktorandin an der Chūō-Universität.

Eine neue und verbesserte Version des deutsch-japanisch-deutschen Wörterbuchs WADOKU.

Ehemals Sushi meets Boulette, jetzt heißt’s Tonari kann’s nicht lassen — ihre Zeit als Gastmutter ist zwar seit Juli 2009 vorbei, sie bloggt aber trotzdem noch fleißig. Neuer Blogname, sonst alles beim alten.

Von mir sollte es die nächsten Wochen wieder neue Einträge geben.

Verfasst von: Billie | Sa, 11 September, 2010

30.5.2009 – Eine Hochzeit

Am 30.5. war es also soweit: meine älteste Gastschwester heiratete.

Genaugenommen sind ihr Mann und sie schon seit Anfang des Jahres verheiratet, die offizielle Feier folgt aber jetzt.

In Anbetracht der Tatsache, dass 32°C bei >89% Luftfeuchtigkeit angesagt waren, habe ich mich dagegen entschieden, meine Furisode zu tragen– auch, weil ich sonst ca. das Doppelte des Kaufpreises hätte zahlen müssen, damit sie mir jemand anzieht. Die Ankleiderei dauert eine Weile, und da ich bereits um 8:14 die Bahn nehmen musste, die meisten Salons etc aber erst um 9h öffnen bzw. für alles, was früher passieren soll, deftige Aufpreise nehmen, und ich niemanden kannte und kenne, der mir die Furisode hätte anziehen können … Nun ja. Die Entscheidung für einen schönen Rock und ein schickeres Jerseytopblusenoberteil (カットソー „kattosō“ bzw. „cutsew“, wie die Japaner sagen) stellte sich nicht nur der Hitze wegen als gut heraus, dazu aber nachher mehr. B von der Uni Köln war so lieb, mir die Haare zu machen — ich konnte das nie sonderlich gut und bin auch nicht besser geworden, dank B sah ich aber sehr präsentabel aus.

Ich saß also um 8:14 in der Bahn auf dem Weg nach Rinkū Town, wo in einer Wedding Hall (gleich mehr dazu) mit dem klangvollen Namen „Eines Villa di Nozze“ die Hochzeit stattfinden sollte. Um 10:45 sollte ich dort sein. Es wurde relativ knapp, geplant war der Zug um 8:04 gewesen — dummerweise hatte ich unterschätzt, wie schwierig es sein würde, das Bäumchen, dass ich als Hochzeitsgeschenk gekauft hatte, zu transportieren.

Ich hatte in meiner Planlosigkeit außerdem vergessen, genug Bargeld mitzunehmen, sodass ich, als ich am Endbahnhof ankam und sah, dass ich nur noch wenige Minuten hatte, um die Strecke von „ca. 10 Minuten zu Fuß“ zurückzulegen, mir kurzerhand ein Taxi schnappte und den Fahrer bat, mich so nah an die Halle zu bringen, wie er’s für 800 Yen eben konnte. Er war dann unheimlich nett, fragte, zu was für einer Hochzeit ich den führe, und übersah am Ende der kurzen Fahrt geflissentlich, dass das Meter bei 870Y stand, als er mich vor der Halle absetzte.

Letztenendes hätt ich mich wohl gar nicht so zu beeilen brauchen — ich war bei weitem nicht die Letzte. So hatte ich aber Gelegenheit, die Umgebung, die Gäste und alles andere auf mich wirken zu lassen und ein bisschen Luft zu schnappen, bevor es losging. Ich war bei weitem nicht so underdressed, wie ich befürchtet hatte, viele der Gäste kannten sich, für mich waren allerdings keine bekannten Gesichter dazwischen — Kiko und ihre Eltern waren verständlicherweise am Wuseln, Braut und Bräutigam waren beim Umziehen. Dann tauchte aber Mark, ein anderer Gastschüler aus meiner Zeit an der Tonko, auf, wir schnappten uns Getränke und hielten ein bisschen Smalltalk.

Und dann ging es los — „alle in die Kapelle, bitte!“

Lies mehr …

Verfasst von: Billie | Di, 31 August, 2010

Mit Abstand betrachtet

Ich bin seit mittlerweile mehr als einem Jahr zurück in Deutschland, der letzte Eintrag in diesem Blog liegt deutlich länger zurück. Ich möchte gern versuchen, noch ein paar Einträge zu ergänzen– einige Themen liegen „angebloggt“ seit Monaten auf dem Server, andere habe ich in Notizen für mich selbst festgehalten. Wieder andere fallen mir jetzt, da ich zurück bin, langsam ein.

Und da ich grade a.) eigentlich anfangen sollte, Hausarbeiten in Angriff zu nehmen, b.) einen Monat intensiven Jobbens im Bereich DaF und Japanerbetreuung hinter mir habe und c.) einfach zwei Wochen frei dachte ich mir, ich könnte mit diesem Eintrag einen Anfang machen. Ein Zeichen setzen, sozusagen, dass ich noch existiere und diesen Blog nicht völlig verlassen habe.

Hoffen wir, dass ich es durchziehe.

Verfasst von: Billie | Fr, 22 Mai, 2009

Frei — dank Schweinegrippe

(Vor Ewigkeiten geschrieben, vor ein paar Tagen wiedergefunden. 22.05.2009 –> 27.09.2010)

Tja. Mit sofortiger Wirksamkeit ist die Uni für eine Woche gesperrt — Schweinegrippe! Hinter diesem Link kann man das Ganze nochmal auf Japanisch nachlesen, aber jedenfalls wurde, nachdem wir ( = das ganze I-House) schon ein paar Wochen lang spekuliert hatten, vorhin in einer Rundmail das Unvermeidliche bekannt gegeben: nachdem vor ein paar Tagen bei einem Studenten des BKC die Schweinegrippe diagnostiziert wurde, gibt es jetzt auch auf „unserem“ Campus einen kranken Studenten.

Naja.

Für uns heißt das: eine Woche Freizeit! Natürlich will die Rits nicht, dass wir groß was unternehmen — Ansteckungsgefahr — aber davon werden sich, wenn ich nach dem Gespräch in der Küche grad geh, wohl die wenigsten beeindrucken lassen … Die Nachrichten haben uns jedenfalls sehr lange wach gehalten.
Vielleicht fahr ich mal wieder nach Osaka (böse, böse, da kommt die Grippe nämlich her — mit Umweg übers pöhse Ausland, natürlich), da war ich schon länger nicht mehr.

Bleibt nur zu hoffen, dass sie nicht vorhaben, die eine Woche, die ausfällt, in den Sommerferien nachzuholen. Zuzutrauen wär’s ihnen.

Verfasst von: Billie | Mo, 4 Mai, 2009

Eigentlich sollte ich …

Lernen. Oder Aufräumen. Oder rausgehen und genießen, dass momentan noch erträgliche Temperaturen herrschen.

Stattdessen eine Liste der Dinge, die so passiert sind– ungeordnet und in der Reihenfolge, wie sie mir einfallen. Ich hab tatsächlich den ganzen April über nichts geschrieben — mal sehen, was ich noch so zusammen bekomme.

  • 1. April: Immatrikulationszeremonie im Osaka Dome. Es war eiskalt, wir haben alle gefroren wie blöd … war aber okay. Nicht super, aber was erwartet man auch.
  • 7.-15. April: Erste Vorlesungen und fröhliches Kurswählen. Ich bin, wie erwartet, im menjo-Level gelandet– keinerlei Verpflichtungen was die Auswahl der Kurse angeht, solange ich mindestens fünf fest belege und (mit Veranstaltungen, die ich als Gast höre) auf mindestens sieben Veranstaltungen die Woche kommen. Ich habe momentan zehn Kurse belegt, bis Freitag sollte ich mir überlegen, was davon ich wieder sein lasse. Anrechnen lassen kann ich’s mir ohnehin nicht …
    Mein Freitag ist jetzt tatsächlich auch frei, mal sehen, was ich damit noch mache.
  • Clubs: Ich besuche jetzt einmal die Woche den Go-Club der Uni und stehe außerdem kurz davor, Kansai MUN beizutreten– meine Uni hat einen Zirkel, der Teil der kyōtoer Zweigstelle ist. Mal sehen. Für die Übungskonferenz nächstes Wochenende bin ich jedenfalls angemeldet …
  • Ich habe unglaublich viel eingekauft in den letzten Wochen. Kleidung vor allem, aber auch Essen bzw. Süßigkeiten. Das muss im Mai besser werden …
  • …nur, dass ich am 30. auf einer Hochzeit eingeladen bin und mir bis dahin überlegen muss, ob ich mir einen gebrauchten furisode und obi und die nötigen Kleinigkeiten dazu zulege (die Vernunft sagt „Kind, wann ziehst du das je wieder an!“, aber jetzt bin ich grad noch nicht zu alt dafür, und …) oder gucke, ob ich (deutlich mehr) Geld für einen neuen iromuji ausgebe– die gebrauchten sind vom Ärmel her meist so kurz, dass sie wieder komplett informell wirken. Entscheidungen, aaah.
  • die Golden Week, eine Woche mit vier drei aufeinander folgenden Feiertagen, wurde uns doch freigegeben– was ich aber erst Freitag endgültig erfahren habe und daher jetzt die ganze Woche hier in Kyōto hängen werde, statt was zu unternehmen. Ein bisschen ärgert’s mich schon, aber ist nicht zu ändern. Das nötige Kleingeld, um zu reisen, hätt ich momentan ohnehin eher nicht.
  • Ich habe mich für Level 1 des 日本語能力試験 ( = JLPT, Japanese Language Proficiency Test) angemeldet. Am 5. Juli darf ich dann hoffentlich irgendwo in der Nähe am Test teilnehmen; wie das Ergebnis wird, kann ich überhaupt nicht einschätzen.
  • Die japanische Regierung hat im Februar an jeden mit einem festen Wohnsitz in Japan registrierten Einwohner zwischen 18 und 65 12000Y verschenkt (unter 18 und über 65 gibt’s mehr) — auch an mich. Beantragen muss ich die Zahlung noch, aber ich kann sie bekommen. Nett, oder?
  • Zur Panik mit der Schweinepest folgende zwei Zeilen:
    Over 100 people get Swine Flu and everyone wants to wear surgical masks.
    33000000 (thirty-three
    million) people have AIDS, and nobody wants to use condoms.

Und das war’s für heute. Vielleicht treff ich mich nachher mit Freunden zum Videogucken, mal sehen…

Verfasst von: Billie | So, 29 März, 2009

Essen

„Du kochst aber oft Japanisch.“
Solche oder ähnliche Sätze bekomme hier immer wieder zu hören, und ich dachte mir, da Essen und Kochen eine wichtige und so gut wie tägliche Beschäftigung sind, hat Essen in Japan einen eigenen Eintrag verdient. Nicht nur als Zusatz zu Silvester und Neujahr, wo ich mich schon viel drüber ausgelassen hab, und eigentlich sogar mehr als einen, aber irgendwo muss man ja mal anfangen.

In Deutschland hört man oft, japanisches Gemüse sei sehr teuer– tatsächlich ist es so, dass viele Dinge, die in Deutschland spottbillig sind (Kartoffeln, Möhren etc) teurer sind als gewohnt, dafür werden einem andere Dinge nahezu hinterher geworfen. Fleisch ist teurer, Fisch dafür sehr günstig– und da am Dienstag ein neuer Riesensupermarkt direkt um die Ecke eröffnet hat, habe ich jetzt auch Möglichkeiten, frischen Fisch zu kaufen, was mich natürlich sehr freut. Heute habe ich zwei kleine Makrelenhechte (jap. samma) gekauft, die dann mit Salz abgerieben und in der Grillschublade des Herdes gegart werden.

Generell sieht warmes Essen für mich hier so aus, dass ich entweder Reis oder Nudeln habe (meist Reis, manchmal Nudeln, selten Kartoffeln), dazu irgendein Gemüse, und eventuell etwas Fleisch oder Fisch.
Soja und Reis gehören eigentlich in irgendeiner Form zu jeder Mahlzeit– mit Kombinationen aus shōyu, mirin, sake, Zucker und dashi wird gewürzt, auch Miso wird beileibe nicht nur als Suppengrundlage verwendet, sondern gern auch zum Würzen genommen (es gibt da auch X verschiedene Sorten, die alle unterschiedlich verwendet werden …). Sojasprossen, Tōfu und Nattō sind weitere Sojaerzeugnisse, und „einfach so“ kann man die Bohnen auch essen … viel Auswahl also.
Sesam und Sesamöl, katsuobushi, Pfeffer, Knoblauch und Ingwer sind weitere beliebte Würzmittel.

Aber Butter bei die Fische– was verwende ich denn jetzt eigentlich?

Ich habe zwei Standard-Frühstückskombinationen. Die eine ist reisbasiert, die andere auf Toastbrot. Letzteres wird mit Butter und Marmelade, manchmal auch mit Schokoschmiere, Erdnussbutter oder Vegemite gegessen, manchmal noch ein Frühstücksei, dazu gibt’s Kaffee oder Schwarztee, immer mit Milch.
Die Reisvariante bei mir sieht eigentlich immer nattō (ja, das nattō) und ochazuke— Reis mit Tee aufgegossen– vor, dazu teilweise umeboshi, rohes Ei, Reste vom Vortag, manchmal noch Misosuppe … und dann meistens trotzdem Kaffee oder Schwarztee mit Milch, egal, wie die Leute sich drüber amüsieren.

Warme Mahlzeiten sind ganz unterschiedlich– bei westlicher Pasta gibt’s teilweise Tütensauce, teilweise selbstgemachtes, je nach Laune (wobei die Tütensaucen hier auch interessant sind– eine meiner Lieblingsvarianten ist weniger Sauce als trockene Zutaten, die als Geschmackszutat draufkommen, nämlich getrocknete tarako — Kabeljaurogen — mit etwas Salz und nori).
Bei Reis … gibt es viel. Dinge, die ich häufig mache:
kabocha no amani, süß gekochter Hokkaidōkürbis
piiman to eringi no marugotoni, ganze Kräuterseitlinge und Minipaprika in Sud gekocht
– Curryreis
nikujaga: Fleisch, Kartoffeln, Zwiebeln und Gemüse-was-da-ist (bei mir meist Möhren und konnyaku), mit dashi, Zucker, shōyu und mirin gekocht
shōgayaki, mit Ingwer und Soyasauce mariniertes gebratenes Fleisch
hōrensō no gomaae— Spinat mit einer Sesamsauce angerichtet; ein Rezept, das ich von Higanbana habe

usw. usf.

Saisonal bedingt verwende ich unterschiedliche Dinge, im Herbst gab’s viele Auberginen, im Winter Kürbis und Süßkartoffeln, im Moment Lauchzwiebeln und Spinat … dann gibt’s die Dinge, die ich immer wieder mal kaufe, aber selten ganz schaffe, so wie daikon, eine riesige Rettichart, oder nagaimo, eine schleimende Wurzel, die bei verschiedenen Sachen verwendet wird. Weitere Speiseplankomponenten sind Okra (auch schleimig, aber hübsch), andere japanische Pilzsorten wie shiitake, enokitake, maitake und shimeji, der schwarzwurzelartige gobō, Blattgemüse wie mitsuba, mizuna und komatsuna … Langweilig wird’s so schnell nicht.

So, und jetzt hab ich Hunger. Mehr vielleicht später.

Verfasst von: Billie | So, 15 März, 2009

Photos

…hat der Kimono-Eintrag jetzt auch. Ich habe mir heute die nötigen koshi-himo zum Binden sowie eine nicht unbedingt nötige gebrauchte Haori und eine Obi-age gekauft– alles zu, wie ich finde, guten Preisen, insbesondere die Obi-age hat mich hier mit weniger als 1000Y für reine Seide doch beeindruckt. Ist auf dem Bild mit dem Komon und dem Gürtel zu sehen.

Verfasst von: Billie | Do, 12 März, 2009

Kimono

Während meines Besuchs bei Higanbana habe ich einen lange umhergetragenen Gedanken in die Tat umgesetzt: ich habe mir einen Kimono gekauft.

Naja. Diese Aussage ist im Prinzip etwa so eindeutig wie das Deutsche „ich habe mir ein Kleid gekauft“ — ob es sich dabei um ein Hauskleid, Sommerkleid, Cocktailkleid, Abendkleid … handelt, ist daraus einfach nicht ersichtlich. Für alle Interessierten: ein 小紋, waschbar, cremefarben mit Blütenmotiv, dazu ein wendbarer dunkelroter 半幅帯 — eine Seite mit Blütenranken, die andere mit 魔除け-Muster (einem Muster, das vor bösen Geistern schützen soll). 長襦袢, das Unterkleid, in hellgrün, und 草履, eine Art Zehensandalen, mit dunkelrotem Steg. Es fehlen noch ein paar Kleinigkeiten– eventuell ein 肌襦袢, Unterwäsche, die unter’s nagajuban gehört, ein paar himo (Stränge, mit denen das Ganze gebunden wird– meine sind dunkelblau, und da hab ich bei dem hellen Stoff irgendwie doch Bedenken … ), 帯揚げ, ein Stofftuch, das den obi ziert, und 帯締め, Kordeln, die ebenfalls den Obi verzieren und das gesamte Ensemble aufwerten können. Aber die Dinge werden sich mit der Zeit zugelegt; muss ja nicht alles auf einmal sein.

Bei Damenkimono gibt es eine Rangordnung, mein komon ist ein Alltagskimono, der zu Spaziergängen oder Treffen mit Freunden bedenkenlos getragen werden kann, je nach Kombination (formellerer Gürtel …) auch ins Theater oder zum Empfangen von Gästen, aber nicht zu offiziellen Anlässen. Wie die Dame im Laden mir als Faustregel mitgab: Gibt’s eine schriftliche Einladung, ist das Ding zu informell. Natürlich hängt das auch hier wieder vom Ermessen des Einladenden ab, und mit guten obi kann man wohl eine ganze Menge reißen, aber die Tatsache, dass mein komon auch nicht aus Seide, sondern aus Kunststoff ist, wirkt sich da einfach nachteilig aus. Trotzdem: sollte ich in die Situation kommen, werd ich einfach dumm Fragen. Fragen kostet nichts und hilft (fast) immer weiter.

Als ungefähre Rangfolge von formell nach informell wurde mir folgendes genannt: Kurotomesode (黒留袖), Irotomesode (色留袖), Furisode (振り袖), Hōmongi (訪問着), Tsukesage (付け下げ), Iromuji (色無地), Komon (Ausnahme: Edokomon), und an die letzte Kategorie kann ich mich grad nicht mehr erinnern. Dazu sollte aber bemerkt sein, dass z.B. Kurotomesode nur von verheirateten Frauen getragen werden, das ebenso formelle Gegenstück für die ledige Dame wäre der Furisode … und variiert werden kann ohnehin, siehe auch Kommentare.

Higanbana war dann auch noch so lieb, mir einen alten Kimono, den sie nicht trägt, sowie zwei obi und ein „Polsterhandtuch“ zu überlassen — die ideale Linie beim Kimono ist grade, und Kurven lassen sich durch ein mehrfach gefaltetes Handtuch prima ausgleichen.

Demnächst werde ich mich wohl auch auf die Jagd nach einem Buch über die Grundlagen des Kimono-Tragens machen– Higanbana besitzt einige solcher Juwelen, und ich denke, es ist doch schöner, sowas im Regal zu haben, als jedes Mal Kopien oder Internetseiten wälzen zu müssen.

Der deutsche Wikipedia-Artikel zum Thema scheint mir übrigens in weiten Teilen mit Vorsicht zu genießen zu sein … aber vielleicht kann mir dazu jemand was sagen, der mehr davon versteht?

Photos hinzugefügt am 15.3.2009:
Komon, Hanhaba-obi, obiage

Oberer Teil des Nagajuban

von Higanbana

Am 15.3. gekauft: Haori

Dieser Artikel steht übrigens unter Erweiterungs-Gefahr, je nachdem, was so an Fragen etc kommt. Fordert mich heraus, stellt Fragen! Higanbana hat schon mit einigen interessanten Informationen kommentiert, Kommentare gucken lohnt sich also auch, und mehr ist immer willkommen.

Verfasst von: Billie | Do, 12 März, 2009

Ōita

Am letzten Mittwoch machte ich mich per Fähre auf in Richtung Kyūshū, um Higanbana und ihre Familie zu besuchen. Und was soll ich sagen? Ich hatte eine großartige Zeit.

Wir haben über Gott und die Welt geredet, gekocht, waren im Onsen, und ich durfte sowohl eine japanische Krabbelgruppe als auch einen … ja, wie nennt man das? Einen Präsentationstag? vom Kindergarten ihrer Tocher miterleben. Und überhaupt, alles aufzählen kann ich gar nicht mehr. Schön war’s, lustig, manchmal ernst … es war einfach nett, lange und ausgiebig mit jemandem zu reden, der Japan schon so lange und aus verschiedenen Winkeln „von innen“ kennt, anders, als das zwischen Austauschschülern doch so oft der Fall ist. Nicht, dass ich nicht auch gern mit anderen Austauschschülern, -studenten und Ehemaligen spreche, aber es ist doch anders.

Wenn mich Leute hier im I-House fragen, was ich auf Kyūshū gemacht habe, sage ich: Freunde besucht. Weil es so ist. An Tourismus habe ich so gut wie nichts betrieben, und die meisten Dinge, die ich unternommen habe, klingen so unspektakulär, wenn man sie aufzählt, aber es war einiges dabei, was ich lange nicht vergessen werde. Tage, die ich bei Gelegenheit gern wiederholen werde.

Verfasst von: Billie | Mo, 23 Februar, 2009

Ski fahren in Japan

Am Abend des 15.2. ging es also auf nach Hakuba. Nachdem wir uns vor dem Nijō-jō eine Stunde bei Nieselregen die Beine in den Bauch gestanden hatten, wurde um 23:57 — 47 Minuten später als geplant — endlich unser Bus angesagt; keine Viertelstunde später waren wir dann auch unterwegs. Und mir fiel wieder ein, warum ich den Nachtbus nicht mag.

Nachtbusse gibt es in verschiedensten Ausführungen. Die teureren haben drei Reihen mit je einem Einzelsitz, eventuell einer Beinstütze und reichlich Platz in alle Richtungen. Der, in dem wir nach Hakuba fuhren, war ein stinknormaler Reisebus, der über Nacht fuhr. Eng, kaum Raum zum Atmen und selbst für mich mit meinen kurzen Stampfern war der Fußraum nicht ausreichend.

Dazu kam, dass der Bus voller achtzehn- bis mittzwanzigjährigen Studis war, die allesamt aufgeregt durcheinanderschnatterten und sich offenbar kein Deut darum scherten, dass wir alle am nächsten morgen auf die Piste wollten. Ich hab in der Nacht nicht geschlafen, oder wenn, dann immer nur so kurz, dass es nicht als Schlaf registriert wurde. Also wurde sich mit aller Macht an die Hoffnung des frühen Check-ins geklammert, der zwar 1000Y Aufpreis gekostet hätte, uns dafür aber ein paar Stunden Schlaf gegönnt hätte …
Um kurz vor acht Uhr morgens kamen wir dann im Hotel du L’Aile an, wo uns mitgeteilt wurde, wir könnten uns nicht früher einchecken, der Raum sei noch belegt. Völliger Zusammenbruch bei mir. Bevor ich irgendjemanden köpfen oder in Tränen ausbrechen konnte, wurde ich zum Frühstück geschleppt (800Y Aufpreis, aber das war uns so egal), und nach Kaffee und gutem Essen beschloss ich also, mich im nur mäßig sauberen Gepäcklagerraum auf den Boden zu legen– senkrecht und vor allem ruhig. Ich hatte kaum meinen Kopf auf dem Rucksack bevor ich einschlief.

Irgendwann wurde ich dann von Morgan geweckt– wahrscheinlich war’s ca. ’ne halbe Stunde später, aber ich fühlte mich wieder halbwegs menschlich. Wir liehen uns unsere Schneesachen (Ski für mich, Snowboards für den Rest, Klamotten, Handschuhe und Schneebrillen für alle), zahlten die kleinen Extrabeträge, die bei solchen Supersonderangeboten immer anfallen (ca. 160€ für Hin- und Rückfahrt, zwei Tage Skipass, Ausrüstung und eine Übernachtung mit Halbpension ist auch in Japan zu gut, um wahr zu sein), und machten uns auf, um unseren Skibus zu finden. Was sich als schwierig gestaltete. Als uns aufging, dass der auf dem Kuhfänger als „D-Route“ ausgezeichnete Bus tatsächlich der langerwartete F-Routen Bus war– der letzte für die nächsten zwei Stunden, wohlgemerkt– rauschte er grade an uns vorbei. Aber da wir in Hakuba waren, wo zwischen Massen von neuseeländischen und australischen Wintersporttouristen, mit denen auf Hand-Fuß-drei Worte Englisch basierender Basis kommuniziert wird, Japanisch sprechende weiße Ausländer offenbar eine Erleichterung darstellen, gab uns der nächste Busfahrer, dem wir unser Leid klagten, die Telefonnummer der Hauptgeschäftsstelle der Busgesellschaft.

Als designierter Telefonierer der Gruppe klingelte ich also an, schilderte das Ganze nochmals, und bekam die Rückfrage / Auskunft „Sie stehen zu fünft an der Shuttlebushaltestelle vor dem La Neige, ja? Könnte ich Ihren Namen noch einmal haben? Danke, wir melden uns sofort noch einmal bei Ihnen.“
Drei Minuten, fünf Minuten, acht Minuten tickten um. Mir ging auf, dass sie nicht nach meiner Telefonnummer gefragt hatten. Morgan war dafür, zum Hotel zurückzugehen und nach Alternativen zu fragen, die beiden Jungs schulterten schon ihre Ausrüstung– und ein Minibus fuhr an: „Entschuldigung, sind Sie–?“.
Die hatten ernsthaft noch einen extra Bus für uns losgeschickt. Hach, Japan.

Gegen 11:45 waren wir dann auch tatsächlich– unsicher und mit wackeligen Beinen– auf der Piste. Die erste Abfahrt ist die schlimmste, aber danach fiel mir stückchenweise wieder ein, warum Skifahren lustig ist. Unter anderem deshalb, weil man nicht so oft fällt wie beim Boarden. Tatsächlich war ich in unserer fünfköpfigen Gruppe meist am schnellsten unten– und auch relativ unfallfrei. Ich schieb das allerdings auf die Tatsache, das Skifahren von den Grundlagen her einfacher ist.

Nach dem Mittagessen gegen zwei fing es an zu schneien, und um kurz nach drei kam die Durchsage, dass ob der Wetterverhältnisse heute schon um sechzehn Uhr statt, wie üblich, siebzehn Uhr die Piste geschlossen würde. Passte uns aber ganz gut, wir waren ohnehin alle müde, und die ungewohnten Ski- und Snowboardstiefel hatten für unangenehme Druckstellen gesorgt. Auf den Brettern merkte man das nicht so, aber die zweihundert Meter zurück vom Bus zum Hotel gehörten zu den längsten, die ich je absolviert habe.

Abendessen war großartig– nabe mit Hühnchenhack, Steak mit Pommes, Reis bis zum Abwinken, soba, tsukemono … zum Nachtisch gab’s eingelegte Birnenstücke mit Schokoladensauce und Sahne. Gutes Essen.

Das Hotel hatte, wie wohl sehr viele in Hakuba, ein „angeschlossenes“ Onsen– die beiden riesigen Badewannen wurden mit Wasser aus Thermalquellen des Orts gespeist. Eine Sauna gab’s auch noch. Das ich keinen Muskelkater bekommen habe, schiebe ich auf diese Umstände.

Und da der Tag lang und anstrengend war, waren die letzten unserer Gruppe um halb zehn im Bett bzw. auf dem Futon.

Verfasst von: Billie | So, 15 Februar, 2009

Hokkaidō

Ich hatte einen Reisebericht für Hokkaidō versprochen, und bevor ich mich heute Abend auf nach 白馬 mache, sollte ich das wohl in Angriff nehmen.

Die Reise begann mit geringfügigem Chaos, als drei der sechs Leute, die sich am I-House treffen wollten, nicht zur verabredeten Zeit auftauchten. Es stellte sich dann heraus, das eine Person direkt zum Hauptbahnhof Kyōto fahren würde; wir übrigen fünf schafften es dann aber doch noch, die Bahn zu kriegen, und trafen am Hauptbahnhof die anderen. Der Schnellzug nach Tsuruga (敦賀), von wo aus wir die Fähre nehmen würde, war dann auch bald da, und in Tsuruga selbst erwartete uns der altmodischste Bahnhof, den ich bislang in Japan gesehen habe– keine 改札, wie die automatischen Kartenkontrollschranken genannt werden, keine Möglichkeit, die Prepaid-Karte ICOCA zu verwenden (sowas ähnliches wie die Oyster Card in London), und keine Annahme von Geldscheinen außer 1000Y. Wenigstens gab’s ’nen Kartenschalter, sonst hätt’s auf der Rückfahrt Probleme gegeben …

Bis zur Abfahrt des Shuttlebuses, der und zum Fährhafen bringen würde, dauerte es ca. eine Stunde; die Fahrt selbst ging schnell vorbei, und der Check-in für die Überfahrt war erstaunlich schnell und schmerzlos– in eine Liste mussten die Namen aller Passagiere, für die ich Karten gekauft hatte, mit Nationalität, Geschlecht und Alter eingetragen werden, und auf ging’s. Im Prinzip. Dann kam nämlich noch die Hiobsbotschaft, dass die Fähre etwa eine Stunde Verspätung haben würde, was für uns hieß, dass wir den günstigen Zug nach Sapporo nicht mehr erreichen würden … Ratlosigkeit. Können wir die erste gebuchte Nacht im Hotel noch kündigen? Was würde das kosten? Letztenendes hing ich dann am Telefon und entschuldigte mich x-Mal, aber wir konnten ohne weiteres die erste Nacht kündigen und beschlossen, uns in 苫小牧, wo wir landen würden, Zimmer zu suchen, da das vermutlich die billigste Lösung sein würde.
Einmal an Bord wurden wir in Richtung der Kabinen zweiter Klasse gewiesen– unter Deck, ohne Fenster, aber sehr sauber.
Drei japanische Herrschaften verzogen sich bald wieder aus dem Raum, in dem wir acht es uns auf dem Boden bequem gemacht hatten– wir waren nicht mal laut, aber wie Morgan richtig sagte, lag es sicher weniger an der Tatsache, dass wir Ausländer sind (drei weiße, fünf Asiaten; zweimal Amerikan, viermal Kanada, einmal Malaysia und einmal Deutschland– buntgemischt eben), und mehr daran, dass wir eine achtköpfige Gruppe junger Leute um die zwanzig sind. Ich glaube, ich hätte mir auf der Fähre auch einen anderen Raum gesucht, wenn ich uns gesehen hätte.

Als wir uns unseren Schlafplatz suchten, wussten wir allerdings nicht, dass wir uns in den nächsten einundzwanzig Stunden nicht oft, viel oder weit vom Platz bewegen würden. Die angekündigte Verspätung lag am stärkerem Seegang, und vier unserer Mannschaft wurden erbärmlich seekrank. Lies mehr …

Verfasst von: Billie | Sa, 7 Februar, 2009

Urlaubsmeldung

Meine Erkältung ist zwar nicht weg, aber ich fühl mich zumindest nicht mehr, als müsste ich den ganzen Tag im Bett liegen.

Habe heute gut drei Stunden in der Küche verbracht, um obentō, Essenspakete, für acht Leute zu fabrizieren– gegen Ende mit Hilfe von J., die tolle onigiri zaubert. Wir werden also „korokke“ (japanische Krokettenmutanten), kleine Frikadellen, hartgekochte Eier und jede Menge onigiri haben. Obst und Gemüse dürfen andere Leute mitbringen, ich hab meinen Teil getan.

Heute abend geht’s nämlich per Bahn, Bus und Fähre nach Hokkaidō — zwanzig Stunden allein auf der Fähre, wenn alles gut geht. Spaß! Wir werden drei Tage dort sein und sind der langen Reise wegen gut fünf Tage unterwegs; spät abends am zwölften bin ich wieder in Kyōto– bevor’s am Abend des 15. nach Hakuba, Präf. Nagano geht, um Ski zu fahren. Ich. Ski. Sport. Freiwillig. Ich weiß auch nicht, wie das passiert ist.

Drückt mir die Daumen, dass ich die Hokkaidō-Fahrt gesund überstehe. Photos gibt’s, sollte meine Kamera mitspielen, vielleicht auch endlich mal.

Verfasst von: Billie | Sa, 31 Januar, 2009

Krank

Meine alljährliche Erkältung hat zugeschlagen, pünktlich nach der Abgabe der Arbeiten. Komplett mit verstopfter Nase, erhöhtem Schlaf- und Flüssigkeitsbedarf, Kopfschmerzen und Schlappheit, aber wenigstens (noch) ohne Fieber und mit nur wenig Husten.

LX hat bei ihrem Auszug chinesische Medizin hinterlassen, und da sowohl S als auch LW traditionelle chinesische und moderne westliche Medizin zu genüge kennen und mir erklären konnten, was es in etwa ist … ich schätze, es kann nicht schaden, zumal Stirn- und Nebenhöhlenentzündung hierzulande offenbar zu den Sachen gehört, die eine Antibiotikabombe rechtfertigen. Solange ich kein Fieber hab … wenn’s mir bis Montag nicht wenigstens etwas besser geht, werde ich aber wohl zum Arzt gehen. Aus dem Haus muss ich dann ohnehin, denn irgendwo kann man hier laut JJ auch richtige Taschentücher auftreiben, die nicht sofort die Nase wundscheuern und beim ersten kleinen Schnauben reißen… dass Japaner in Deutschland immer behaupten, unsere Taschentücher seien „hart“, mag ja stimmen, aber ich brauch im Schnitt drüben trotzdem länger als anderthalb Tage (!), bevor meine Unternase-Oberlippe wundgescheuert ist.

Donnerstag drei Stunden auf dem Eis zu verbringen war in Anbetracht der Tatsache, dass ich die Erkältung schon halb hatte, vermutlich nicht die beste Idee die ich je hatte, aber diesbezüglich bereue ich nichts. Eislaufen! ♥

P.S.:
Die Unigeschichte hat sich geklärt– denke ich. Ich durfte die eine Arbeit noch abgeben, Punkte habe ich ohnehin genug wenn auch nur sechs der acht Kurse durchgehen, und ich zweifle ganz ehrlich bei keinem wirklich daran– die Noten werden vielleicht nicht berühmt ausfallen, aber ich habe nicht das Gefühl, irgendwo durchgefallen zu sein.

Verfasst von: Billie | Di, 27 Januar, 2009

Abwarten und Tee trinken

Mehr bleibt mir momentan leider nicht übrig.

In den vergangenen Tagen habe ich insgesamt 13133 druckreife Kana und Kanji zu Papier gebracht, davon um die 6000 in den letzten beiden. Das sind vier meiner Hausarbeiten, die glücklicherweise a.) nicht sonderlich akademisch und b.) nicht sonderlich lang sind. Drei davon sind abgegeben, die vierte ist über-überfällig und vom Internationalen Zentrum aus wird mit der Lehrerin verhandelt, ob es noch abgegeben werden darf.

Ich bin momentan relativ gleichgültig– was ich mache, wenn irgendeine meiner abgegebenen Arbeiten nicht ausreichend ist und ich durchfalle, weiß ich wirklich nicht. Will ich momentan auch nicht wissen. Durchfallen an sich wäre kein Problem, wäre da nicht die Kleinigkeit, dass

a.) mein Visum an meine Wochenstunden gebunden ist, ich also sieben belegte Kurse aufweisen können muss,

b.) ich von den zehn Kursen, die ich belegt habe, zu dreien die Hausarbeiten nicht fristgerecht fertiggestellt habe,

c.) ich bei den dreien vermutlich durchfallen werde, und

d.) ich jetzt grade auch null Motivation verspüre, für die unfertigen Hausarbeiten irgendwas zu tun oder auch nur die Professoren anzuschreiben, ob sie sie ’nen Tag später noch annehmen würden.

Irgendwann rächt sich meine Aufschieberitis. Ich hoffe grade nur inständig, dass es nicht in Form einer Ausweisung wegen Verstoß gegen die Visumsvorschriften passiert.

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